Jahresrückblick 2025,…
…Abschied und Neubeginn zwischen den Welten
Die Rauhnächte mit den Weihnachtsfeiertagen liegen zwischen den Welten – zwischen dem, was war, und dem, was noch kommen wird. Es ist eine Zeit des Übergangs, des Innehaltens und der inneren Einkehr. Gestern habe ich selbst die Schwelle in die Rauhnächte überschritten. Und dieser Übergang hat mich zunächst nicht nach vorne gezogen, sondern zurück blicken lassen.
Ich habe mich auf einen Jahresrückblick eingelassen und gespürt, wie wertvoll es ist, sich wirklich Zeit dafür zu nehmen. Denn im Zurückblicken zeigen sich oft die wahren Schätze eines Jahres, die bereits wie vergessen scheinen und nicht immer dort zu finden sind, wo wir sie vermutet hätten.
Und plötzlich erscheint das Abschiednehmen auf eine ganz andere Weise: wertschätzend und würdevoll.
Ein Jahr der Abschiede
Dieses Jahr war für mich ein Jahr der Abschiede. Manche waren vorhersehbar, manche ungewiss und einige überraschend. Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Abschied nehmen zu müssen, obwohl dein Herz weder vorbereitet noch bereit dafür ist.
Manchmal bietet uns das Leben keinen sanften Übergang, sondern fordert einen aktiven Schnitt von uns selbst. Ich habe in diesem Jahr vier Kreise für mich geschlossen. Unter anderem habe ich meine beiden Rollen als Assistentin in schamanischen Kreisen abgelegt. Dadurch wird Platz für Neues frei – das spüre ich tief in mir.
Gemeinsam mit meinem Partner habe ich einen engen Familienangehörigen bis zum letzten Atemzug begleitet. Es war ein Abschied, der vorhersehbar war und doch schneller kam als erwartet – berührend, pur, mit unendlicher Liebe erfüllt und unumkehrbar.
Abschiede können im Kopf noch so gut vorbereitet sein, körperlich sind sie es jedoch nicht. Sie müssen erlebt und durchlebt werden, jeder auf seine eigene Weise.
Abschied nehmen vom Abschiednehmen
Es kommt ein Punkt, an dem wir auch den Abschied selbst loslassen müssen. Denn Abschiednehmen ist kein Zustand, sondern ein Prozess des Übergangs.
Wenn wir zu lange in diesem Prozess verweilen, verpassen wir möglicherweise das, was danach kommt: Stille, Besinnlichkeit und Nahrung für unser Herz und unsere Seele.
Bevor etwas Neues geboren wird, braucht es Rückzug und Regeneration, damit sich unsere Kräfte sammeln und wieder spürbar werden. Regeneration ist kein Luxus. Sie ist die Voraussetzung, dass wir unser Leben wahrhaftig (er)leben können.
Den eigenen Rhythmus wiederfinden
Und so schleicht sich wieder die Frage in mein Leben: Worum geht es eigentlich? Vielleicht geht es gerade gar nicht um neue Ziele, Pläne oder fertige Antworten. Vielleicht geht es einfach darum, sich selbst und den eigenen Rhythmus wieder zu hören, sich selbst zu spüren und sich zu halten zwischen Abschied und Neubeginn.
Die Weihnachtstage erinnern mich jedes Jahr aufs Neue daran, still zu sein und das Wesentliche zu sehen.
Drei Fragen für deinen persönlichen Jahresrückblick
Wenn du magst, kannst du dir in den ebenfalls Zeit nehmen und zurückblicken, um das Jahr wertschätzend und würdevoll zu verabschieden. Diese drei Fragen können dich dabei unterstützen:
Welche Erfahrungen durfte ich dieses Jahr machen? Blicke dafür in jeden einzelnen Monat zurück.
Was ist in diesem Jahr wirklich zu Ende gegangen – innerlich oder äußerlich?
Wovon möchte ich bewusst Abschied nehmen, um Platz für Neues zu schaffen?
Ein sanfter Übergang
Ich wünsche dir für diese Tage von Herzen einen sanften und besinnlichen Übergang, wahrhaftige Augenblicke, in denen du einfach sein kannst, ohne etwas leisten zu müssen.
Von Herzen frohe und gesegnete Weihnachten, und einen bewussten Jahreswechsel mit der Vorfreude auf all das, was kommt!
Lausche tief. Liebe mutig. Lebe wahrhaftig. – Dein Leben wartet nicht.
Schön, dass du hier bist!
Deine Anita

